Narbenkorrektur

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: meist ambulant
Operationsdauer: ca. 1 Stunde
Narkoseart: örtliche Betäubung, Dämmerschlaf, Vollnarkose
Sportpause: wenige Tage bis 3 Wochen
Gesellschaftsfähigkeit: nach wenigen Tagen
Endgültiges Ergebnis: nach ca. 6 bis 12 Monaten

Narben sind kein unabwendbares Schicksal

Narben erzählen Geschichten – sie erinnern an Verletzungen und Verbrennungen, an überstandene Operationen oder die Akne aus Teenagertagen. Doch Narben sind kein Schicksal, das man einfach hinnehmen muss. Moderne Methoden der Narbenkorrektur sind in der Lage, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Wenn es auch nicht immer möglich ist, Narben gänzlich verschwinden zu lassen, so kann eine Narbenkorrektur sie doch deutlich reduzieren und optisch unauffälliger machen.

Für viele Menschen eine seelische Belastung

Haben Narben nach etwa einem Jahr ihren endgültigen Zustand erreicht, können auch Cremes oder Massagen nichts mehr an ihrem Aussehen verändern. Hier kann nur eine Narbenkorrektur helfen. Narben werden oft als wenig störend empfunden – es sei denn, sie befinden sich im Gesicht oder einer Körperzone, die für andere Menschen ständig sichtbar ist. Sehr auffällige oder großflächige Narben können entstellend wirken. So sind Narben, die von einer Verbrennung oder einem Unfall herrühren, für Betroffene meist eine große psychische Belastung. Doch auch durch Akne entstehen unansehnliche Narben, die sich in einem unebenmäßigen Hautbild mit kraterförmigen Vertiefungen zeigen. Auch das kann zu erheblichem Leidensdruck führen.

Keine Narbe gleicht der anderen

Narbe ist nicht gleich Narbe. So heilen glatte Schnitte, die zum Beispiel von einer Operation herrühren, im Allgemeinen besser und hinterlassen weniger Spuren als Wunden mit ungleichmäßigen Rändern, wie sie häufig bei Verletzungen entstehen. Doch welches Aussehen eine Narbe annimmt, hängt nicht nur von der Art der Wunde, sondern auch von der persönlichen Veranlagung ab.

Formen krankhafter Narbenbildung

Besonders Menschen mit sehr heller oder sehr dunkler Haut neigen zu einer problematischen Narbenbildung. Dies kann sich zum Beispiel in einer überschießenden verdickten Narbe, einer sogenannten hypertrophen Narbe, manifestieren. Anders als normale Narben, die flach abheilen und mit der Zeit verblassen, bleiben hypertrophe Narben dauerhaft gerötet und erhöht. Das Narbengewebe ist weniger elastisch als das umgebende Gewebe. Deshalb stellen manche Narben nicht nur ein ästhetisches Problem dar. Sie können bei anomaler Narbenbildung und entsprechender Lokalisation im Gesicht die Mimik beeinträchtigen.

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Eine weitere irreguläre Form der Narbenbildung sind Keloide. Sie zeichnen sich durch dickes rotes Narbengewebe aus, das auch nach der Wundheilung nicht zum Stillstand kommt und über den einstigen Wundbereich hinaus wuchert. Häufig sind Keloide mit Juckreiz und Brennen verbunden. Zwar können regelmäßige Injektionen mit Kortisonpräparaten der Wucherung mitunter Einhalt gebieten. Doch häufig ist es sinnvoll, das Narbengewebe komplett zu entfernen, um der Wucherung Herr zu werden.

Bei großflächigen Narben, die durch Verbrennungen oder Verletzungen verursacht wurden, zieht sich das Narbengewebe häufig ungewöhnlich stark zusammen und verhärtet. Diese Narbenkontrakturen erzeugen ein stetiges unangenehmes Spannungsgefühl. Befinden sie sich in Gelenksnähe, kann dessen Beweglichkeit eingeschränkt sein. Diese Art von Narben ist für Betroffene besonders belastend, da sie kaum zu kaschieren sind und alle Blicke auf sich ziehen.

Bei atrophen Narben bildet sich nach der Wundheilung nicht genügend Gewebe, um die Wunde glatt zu verschließen. Es bleiben eingesunkene Narben zurück, wie sie typischerweise nach einer Akne auftreten.

Die Narbenkorrektur –
Möglichkeiten der Behandlung

Meist werden zur Narbenkorrektur zwei Verfahren herangezogen – die chirurgische Ausschneidung der Narbe (Exzision) und das mechanische Abschleifen der Narbe (Dermabrasion). Sie gehören zu den effektivsten Behandlungsmethoden, wenn es um die Verbesserung des Narbenbildes geht.

Narbenkorrektur durch Exzision

Diese Behandlungstechnik wenden wir hauptsächlich bei auffälligen Narben an, die irregulär verheilt sind. Die Narbe wird meist ellipsenförmig knapp neben den Rändern ausgeschnitten. Dabei lässt sich auch der spätere Verlauf der Narbe geringfügig beeinflussen. So kann sie zum Beispiel parallel zu natürlichen Hautfalten verlaufen und fällt dadurch weniger auf. Die entstandene Wunde wird mit wenig Spannung wieder verschlossen. Es kann sich gesundes Narbengewebe bilden, das unauffällig verheilt. Bei stark zusammengezogenen großen Narben nach Verbrennungen wird mitunter benachbartes Gewebe zur Abdeckung des vernarbten Bereichs herangezogen. Diese Methode der Narbenkorrektur wird als lokale Lappenplastik bezeichnet. Bei der Korrektur kleinerer Narben reicht im Allgemeinen eine örtliche Betäubung aus. Müssen größere oder großflächige Narben korrigiert werden, empfehlen wir eine Behandlung in Dämmerschlaf oder Vollnarkose, um Sie vollkommen schmerzfrei zu machen. Der Eingriff kann meist ambulant durchgeführt werden und nimmt etwa 1 Stunde in Anspruch.

Narbenkorrektur mit Dermabrasion

Bei dieser mechanischen Behandlungsmethode nehmen wir eine kontrollierte Abschabung des Narbengewebes vor. Zur sogenannten Dermabrasion (dermis = Haut, abrasion = Abtragen) dient ein kleines Rotationsschleifgerät mit Diamantschleifkopf. Durch das Abschleifen der oberen Hautschicht können wir erhabene Narben, Vertiefungen und eingezogene Aknenarben entfernen. Ziel ist die vollständige Erneuerung der Haut, die nach der Behandlung glatter und ebenmäßiger nachwächst. Die Methode sollte nicht während aktiver Aknephasen angewandt werden, da sich die infektiöse Hauterkrankung durch das Abschleifen weiter ausbreiten kann. Beim oberflächlichen Abschleifen einzelner Narben ist eine örtliche Betäubung ausreichend. Werden jedoch größere Hautareale behandelt, können Sie sich auch für eine Narbenkorrektur in Vollnarkose oder im Dämmerschlaf entscheiden, um nichts vom Geschehen mitzubekommen. Wenn beim Abschleifen tiefere Hautschichten erfasst werden, ist diese Narkoseart sogar empfehlenswert, um gänzliche Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Auch diese Narbenkorrektur kann ambulant erfolgen und dauert ungefähr 1 Stunde.

Wie sieht die Nachbehandlung bei einer Narbenkorrektur aus?

Nach einer Narbenkorrektur mit Dermabrasion legen wir Ihnen einen Salbenverband an. Nach Abnahme des Verbands zeigt sich die Haut gerötet und geschwollen. Diese Phase kann von Brennen oder Kribbeln begleitet sein, was sich gut mit Medikamenten beherrschen lässt. Nach kurzer Zeit bildet sich eine schützende Schorfschicht, unter der die neue Haut nachwächst. Die Neubildung der Haut kann leichten Juckreiz verursachen. Löst sich die Kruste nach etwa 1 Woche ab, kommt zarte rosige Haut zum Vorschein, die zunächst noch sehr empfindlich ist. Sobald alle Krusten verschwunden sind, können Sie wieder Ihre sozialen Kontakte pflegen. Trotzdem sollten Sie sich für einige Zeit nicht körperlich anstrengen, um einen natürlichen Heilungsverlauf zu unterstützen. Je nach Ausmaß der behandelten Hautpartien ist es ratsam, für einige Tage oder aber Wochen auf Sport zu verzichten.

Bis die Haut ihren Rosaschimmer verliert, können 3 Monate vergehen. In der Zwischenzeit können Sie die rosigen Hautpartien problemlos mit einem antiallergenen Make-up kaschieren. Nach der Dermabrasion sind Sonnenbäder und direkte Sonneneinstrahlung für mindestens 3 Monate tabu, um mögliche Pigmentstörungen zu vermeiden. Erst nach Abschluss des natürlichen Pigmentierungsprozesses der Haut zeigt sich nach 6 – 12 Monaten das Ergebnis – glatte ebenmäßige Haut und ein deutlich verbessertes Erscheinungsbild.

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Dr. Günther Riedel, Facharzt für Plastische Chirurgie, Handchirurgie

Dr. med. Günther Riedel
Privatärztliche Praxis für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie

Marktstraße 21 (Eingang über Grabenstraße)
65183 Wiesbaden
Tel.: 0611-971 404 94

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Zusatzbezeichnung Handchirurgie
Email: info@guenther-riedel.de