Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenks): Wann operieren?

Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenks): Wann operieren?
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Kurzinfo zur Operation der Rhizarthrose:

  • Klinikaufenthalt: fast immer ambulant.
    sehr selten 1 bis 3 Nächte stationär (z.B. bei einer schweren Begleiterkrankung).
  • Operationsdauer: ca. 45 Minuten.
  • Narkoseart: meist Vollnarkose.
    Dämmerschlaf mit gleichzeitiger Betäubung des Armes
  • Nachbehandlung: Schiene für ca. 6 Wochen, danach Krankengymnastik für ca. 2 bis 4 Wochen
  • Arbeitsunfähigkeit: Arbeiter, die beidhändig arbeiten müssen: ca. 8 bis 10 Wochen
    Berufstätige, die auch mit nur einer Hand arbeiten können: ca. 1 bis 3 Wochen.

Die Rhizarthrose ist die Arthrose (Gelenkverschleiß) des Daumengrundgelenks. Der Patient verspürt einen Druckschmerz über dem Gelenk, der bis in den Unterarm ausstrahlen kann. Weitere typische Symptome für eine Arthrose im Daumensattelgelenk sind Verdickungen des Gelenks und knirschende bzw. reibende Geräusche, wenn der Patient den Daumen bewegt. Ursachen für eine Rhizarthrose können jahrelange Überlastung, aber auch Verletzungen der Bänder oder Knochen im Bereich des Daumens sein.

Inhalte zur Daumensattelgelenksarthrose

Was ist Rhizarthrose?

Die Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose) betrifft das Grundgelenk des Daumens. Starke Beanspruchung oder Unfälle (Traumata) können den Gelenkknorpel zerstören. Das Daumensattelgrundgelenk wird schmerzhaft und verschleißt. Die Funktion der Hand im Alltag ist dann stark eingeschränkt.

Die Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose) betrifft das Grundgelenk des Daumens. Starke Beanspruchung oder Unfälle (Traumata) können den Gelenkknorpel zerstören. Das Daumensattelgrundgelenk wird schmerzhaft und verschleißt. Die Funktion der Hand im Alltag ist dann stark eingeschränkt.

Als Rhizarthrose bezeichnet man die Arthrose des Daumensattelgelenks. Dieses ist das am häufigsten von Arthrose betroffene Gelenk der Hand. Arthrose entsteht durch die Abnutzung des Gelenkknorpels und die spätere Beschädigung des unter dem Gelenk liegenden Knochens.

Das Daumensattelgelenk hat seinen Namen von der charakteristischen sattelartigen Form beider Seiten des Gelenkes. In der medizinischen Fachsprache trägt es den Namen carpometacarpales (CMC) Gelenk. Es ist das Gelenk des Daumens, welches dem Handgelenk am nächsten liegt.

Bei Patienten mit Daumensattelgelenksarthrose nutzt sich die Gleitschicht im Gelenk, der Gelenkknorpel, mit der Zeit ab. Irgendwann ist der Knorpel komplett zerstört, weshalb im Gelenk Knochen gegen Knochen reibt. Das Daumensattelgelenk bewegt sich dann nicht mehr geräuschlos und auch nicht mehr schmerzfrei.

Die Daumensattelgelenksarthrose limitiert den Bewegungsradius der Hand. Das bedeutet meist eine sehr starke Einschränkung im Alltag, beruflich wie auch privat.
Frauen haben bis zu sechsmal häufiger Arthrose am Daumensattelgelenk als Männer. Die Daumensattelgelenksarthrose tritt vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf.

Anatomie und Funktion des Daumensattelgelenks

Anatomie des Daumensattelgelenks: Das Daumensattelgelenk (Carpometacarpalgelenk oder CMC-Gelenk des Daumens) verbindet den Daumen gelenkig mit den Mittelhandknochen (Trapezium). © Bilderzwerg / Fotolia

Anatomie des Daumensattelgelenks: Das Daumensattelgelenk (Carpometacarpalgelenk oder CMC-Gelenk des Daumens) verbindet den Daumen gelenkig mit den Mittelhandknochen (Trapezium). © Bilderzwerg / Fotolia

Die Carpometacarpalgelenke (CMC-Gelenke) sind die Gelenke zwischen den einzelnen Mittelhand- und den Handwurzelknochen. Das Daumensattelgelenk als das Carpometacarpalgelenk des Daumens wird auch trapeziometacarpales Gelenk (TMC-Gelenk) genannt.

Die hohe Beweglichkeit dieses Gelenks ist eine der Grundvoraussetzungen für die vielfältigen Funktionen des Daumens und der menschlichen Hand. Mehrere kräftige Bänder stabilisieren die Knochen im Daumensattelgelenk. Diese verlaufen innerhalb und außerhalb der Gelenkkapsel und haben eine sehr wichtige Funktion bei der kraftvollen Führung und Stabilisierung des Daumens.

Das Daumensattelgelenk wird wie jedes andere Gelenk von einer Gelenkkapsel umgeben. Die Innenseite der Gelenkkapsel sondert die für die Knorpelernährung wichtige Synovialflüssigkeit ab. Im Falle einer Daumensattelgelenksarthrose kann die Gelenkkapsel schmerzhaft und entzündlich geschwollen und überwärmt sein. Die entzündete Gelenkschleimhaut (Synovialmembran) bildet nicht mehr in dem erforderlichen Ausmaß Gelenkschmiere. Dadurch verstärkt sich die Daumensattelgelenksarthrose.

Aufgaben und Funktion des Daumensattelgelenks

Das Daumensattelgelenk ist als Grundgelenk für die Beweglichkeit des Daumens verantwortlich. Es ermöglicht dem Daumen eine große Vielfalt an Bewegungen und damit der Hand eine Vielzahl an Greifformen:

  • Den Pinzettengriff gemeinsam mit Zeige- und ggf. auch Mittelfinger
  • Das Greifen von mittelgroßen Gegenständen im Verbund mit den übrigen Fingern der gleichen Hand
  • Drehbewegungen und Rotationsbewegungen

Der Daumen hat aufgrund seiner Opposition zu allen anderen Fingern eine extrem große Bedeutung für die Hand. Der Mensch erledigt mithilfe des Daumens täglich hunderte von unterschiedlichen Aufgaben ohne nachzudenken.

Symptome und Einschränkungen mit Rhizarthrose

Das wichtigste Symptom der Daumensattelgelenksarthrose sind Schmerzen im Bereich des Daumensattelgelenkes. Meist sind Frauen ab 40 Jahren betroffen.
Der Schmerz tritt besonders stark bei Kreis- und Drehbewegungen des Daumens und bei Tätigkeiten, die eine hohe Kraft erfordern, in Erscheinung:

  • Das Öffnen von Schraubverschlüssen an Gläsern und Flaschen
  • Das Drehen von Türgriffen oder Schlüsseln im Schloss
  • Schreiben mit der betroffenen Hand

Eine Daumensattelgelenksarthrose schränkt diese alltäglichen Tätigkeiten ein. Die Effektivität und Geschicklichkeit der Hand nimmt zunehmend ab.
In fortgeschrittenen Fällen führt die zunehmende Arthrose zu einer auch von außen sichtbaren Verformung des Gelenks. Eine Beule entwickelt sich im Bereich des Daumensattelgelenks, weil der Mittelhandknochen des Daumens nicht mehr im Sattelgelenk zentriert ist.

Dies kann den Bewegungsradius des Daumens deutlich einschränken. Die Arthrose schwächt den Daumen also zunehmend, was die Greifkraft der Hand immer weiter verringert.
Besonders zeigt sich das beim Spitzgriff (zwischen Daumen und Zeigefinger) und Dreipunktgriff (z. B. beim Schreiben mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger). Die Ausführung dieser Greifbewegungen fällt immer schwerer. Die Alltagsfähigkeit, aber auch berufliche Fähigkeiten der Patienten sind dadurch meist so schwer beeinträchtigt, dass sie ärztliche Hilfe aufsuchen.

Ursachen der Rhizarthrose

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Rhizarthrose: Letztlich entsteht eine Rhizarthrose häufig dann, wenn der Betroffene die Hand über viele Jahre überansprucht, egal ob beruflich oder privat.

Besonders häufig tritt eine Rhizarthrose daher beispielsweise bei Schlossern und Reinigungskräften auf. Eine langfristige Be- und Überlastung des Daumensattelgelenks kann also zur Arthrose führen.
Auch Traumata und Verletzungen können dieses wichtige Gelenk schwächen. Eine Luxation (Ausrenkung) des Daumensattelgelenks, aber auch Verletzungen des Bandapparates oder eine Fraktur im Bereich des Daumensattelgelenks können die Gelenkfunktion nachhaltig verschlechtern.

Aufgrund der hohen Anzahl an weiblichen Patienten gehen wir davon aus, dass eine Bindegewebsschwäche und die hohe Beweglichkeit des Daumengelenks bei Frauen die Entstehung von Arthrose im Daumensattelgelenk begünstigen.

Diagnose und klinische Untersuchung der Rhizarthrose

Das Arztgespräch und die Schilderung der Symptome geben erste Hinweise auf das Vorliegen einer Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose). Eine sichtbare Verdickung des Daumensattelgelenkes ist typisch für eine Rhizarthrose. Druck und Drehbewegungen des Daumens im Sattelgelenk können starke Schmerzen auslösen (Grind-Test). Typisch für die Arthrose im Daumensattelgelenk ist außerdem die sogenannte Krepitation: ein reibendes oder knirschendes Geräusch bei der Bewegung des Daumens.

Röntgenuntersuchung des Daumensattelgelenks: Bei einer Arthrose ist nur noch ein sehr schmaler oder gar kein Gelenkspalt des Daumensattelgrundgelenks zu sehen. In diesem Röntgenbild liegt ein ausreichender Gelenkspalt vor (gelber Kreis). Bei Rhizarthrose ist außerdem das Daumensattelgelenk verformt. Am Rand des Gelenks bilden sich Osteophyten (Knochensporne), die das Gelenk zusätzlich aufrauen und den Knorpelverschleiß beschleunigen. © bunyos / Fotolia

Röntgenuntersuchung des Daumensattelgelenks: Bei einer Arthrose ist nur noch ein sehr schmaler oder gar kein Gelenkspalt des Daumensattelgrundgelenks zu sehen. In diesem Röntgenbild liegt ein ausreichender Gelenkspalt vor (gelber Kreis). Bei Rhizarthrose ist außerdem das Daumensattelgelenk verformt. Am Rand des Gelenks bilden sich Osteophyten (Knochensporne), die das Gelenk zusätzlich aufrauen und den Knorpelverschleiß beschleunigen. © bunyos / Fotolia

Bildgebung bei der Diagnose der Rhizarthrose

Bildgebende Verfahren, vor allem Röntgenbilder, können die Diagnose absichern. Wie in allen anderen Gelenken auch wird bei Arthrose der Gelenkspalt, also die noch verbliebene Knorpelschicht, des Daumensattelgelenks immer dünner. Bei fortgeschrittener Rhizarthrose erkennt der erfahrene Handchirurg auch Veränderungen der Knochen, wie z. B. Osteophyten (Knochensporne) oder sog. subchondrale Zysten (Auflösungen des Knochens unterhalb des Knorpels). Die Röntgenuntersuchung zeigt auch Formveränderungen sowie arthrosebedingte Fehlstellungen im Daumensattelgelenk.
In manchen Fällen ist ergänzend zu den Röntgenbildern eine Computertomographie (CT) sinnvoll.
Eine interessante und häufig gemachte Beobachtung ist, dass die Stärke der Rhizarthrose-Symptome und der klinischen Einschränkungen häufig nicht direkt in Beziehung zum Ausmaß der Arthrose stehen, das im Röntgenbild zu sehen ist.

Stadien der Rhizarthrose

Der Handchirurg findet bei der Diagnose der Rhizarthrose unterschiedliche Stadien. Die Behandlung ist unter anderem auch davon abhängig, in welchem Stadium der Rhizarthrose sich der Patient befindet. Die im folgenden dargestellte Stadieneinteilung geht auf die beiden namensgebenden Chirurgen EATON und LITTLER zurück:

  • Stadium 1: Das Daumensattelgelenk hat noch seine normale Form. Es ist aber schon druckschmerzhaft. Teilweise tritt eine entzündlich aktivierte Rhizarthrose auf, die zu einer Schwellung der Gelenkkapsel führt.
  • Stadium 2: Im Röntgenbild ist der Gelenkspalt bereits schmaler geworden. Grund dafür ist die Abnutzung des Knorpels im Daumensattelgelenk. Der Handspezialist erkennt erste Knochenanbauten (Osteophyten) neben dem Gelenkspalt. Die Osteophyten entstehen durch Reibung der Knochen im Gelenk aufeinander. Das Daumensattelgelenk zeigt bereits Formveränderungen.
  • Stadium 3: Das Daumensattelgelenk verliert seine Beweglichkeit. Die zunehmende Bildung von Osteophyten (Knochensporne) führt zu einer Verknöcherung. Die Verformung des Gelenks und der Verlust der Zentrierung des Metakarpalknochens in der Gelenkpfanne sind deutlich sichtbar. Der Gelenkspalt ist durch Knorpelabrieb erkennbar verkleinert. Im Knochen nahe des Gelenks bilden sich Knochenzysten mit Flüssigkeitseinlagerungen.
  • Stadium 4: Die Rhizarthrose hat die Gelenkfunktion zerstört. Das Daumensattelgelenk ist stark verformt. Die Knochen reiben in der Gelenkfläche direkt aufeinander. Benachbarte Gelenke verschleißen ebenfalls, weil sie die verloren gegangene Beweglichkeit des Daumensattelgelenks kompensieren.
Bei Rhizarthrose ist der durch Gelenkknorpel gebildete Gelenkspalt im Daumensattelgrundgelenk (Trapeziometacarpal-Gelenk) im Röntgenbild ganz verschwunden (gelber Kreis). © Case courtesy of Dr Roberto Schubert, Radiopaedia.org, rID: 15962

Bei Rhizarthrose ist der durch Gelenkknorpel gebildete Gelenkspalt im Daumensattelgrundgelenk (Trapeziometacarpal-Gelenk) im Röntgenbild ganz verschwunden (gelber Kreis). © Case courtesy of Dr Roberto Schubert, Radiopaedia.org, rID: 15962

Ernährung, Lebensführung, Diät und Selbsthilfe bei Rhizarthrose

Wie bei jeder anderen Arthrose ist es möglich, die entzündliche Aktivierung der Rhizarthrose durch die Lebensweise und Ernährung positiv zu beeinflussen. Ein Verzicht auf rohes Fleisch sowie zahlreiche Genussgifte wie Alkohol und Nikotin können die Entzündungsneigung und den Verschleiß im Daumensattelgelenk bremsen.

Ernährungstipps bei Rhizarthrose

Durch eine pflanzen- und gemüsereiche Ernährung senken Sie die Entzündungsneigung. Ebenso sind ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) natürliche Entzündungshemmer.
Weil das Daumensattelgelenk kein Gewicht tragendes Gelenk ist, spielt die Gewichtskontrolle anders als bei einer Knie- oder Hüftarthrose keine entscheidende Rolle.

Heilbäder der Hand gegen Arthroseschmerzen

Durch regelmäßige basische Fingerbäder (z. B. Totes Meer-Salz) können Sie den Stoffwechsel und die Entzündungsneigung in den Daumen- und Fingergelenken positiv beeinflussen.

Nahrungsergänzung und sanfte Pflanzenmedizin gegen Arthrose des Daumengelenks

Pflanzliche Wirkstoffe wie z. B. Ackerschachtelhalm, aber auch Nahrungsergänzungsmittel wie Chondroitinsulfat lindern bei vielen Patienten die Beschwerden. Wissenschaftlich nachgewiesen sind diese Effekte nicht, einzelne Patienten haben aber von einer deutlichen Besserung ihrer Rhizarthrose-Symptome berichtet. Ein Versuch kann also nicht schaden. Wenn nach zwei bis drei Monaten keine deutliche Verbesserung zu beobachten ist, können Sie diese Therapie über Nahrungsergänzungsmittel beenden.

Eine wissenschaftlich nachgewiesene Entzündungshemmung bei entzündlich aktivierter Arthrose hat der pflanzliche Extrakt der Wurzel der Teufelskralle (Harpagophyti radix). Hier ist eine kurmäßige Anwendung zu empfehlen. Der arthrosemindernde Effekt der Teufelskralle hält auch nach dem Absetzen der Behandlung an.

Je früher das Stadium der Arthrose ist, desto deutlicher fallen die Effekte aus, die Sie mithilfe von nicht-operativen Maßnahmen erzielen können. Bei einer fortgeschrittenen Rhizarthrose mit bereits deutlich vermindertem Gelenkspalt und Bewegungseinschränkungen ist der Einfluss von Ernährung und präventiven Maßnahmen eher gering.

Vorbeugung und konservative Therapie der Rhizarthrose

Die konservative Behandlung der Rhizarthrose ist in vielen Fällen zunächst ausreichend. Es gibt relativ wirksame Verfahren, die Schmerzen und Symptome bei einer Rhizarthrose ohne Operation zu lindern sowie die motorischen Fähigkeiten der Hand zu stabilisieren.

Schmerzmittel und Medikamente bei Rhizarthrose

Schmerzmittel haben einen zweifachen Wirkungsansatz. Zum einen sollen sie konkret die stechenden Schmerzen im Daumensattelgelenk vermindern. Zum anderen wirken die nicht-steroidalen Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) entzündungshemmend. Weil Entzündungen im Daumensattelgelenk immer auch zu verstärktem Knorpelabbau und zu einer verminderten Produktion von Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit) führen, ist die Abkürzung von entzündlichen Verläufen aktivierter Arthrose zentral. So können die umfangreichen Fähigkeiten des für die ganze Hand bedeutsamen Daumensattelgelenks bei Rhizarthrose möglichst lange erhalten werden. Eine weitere entzündungshemmende Therapie stellt der Einsatz von pflanzlichen Mitteln wie z. B. der Wurzel der Teufelskralle (Harpagophyti radix) dar. Der arthrosebremsende Effekt der Teufelskralle ist wissenschaftlich nachgewiesen. Dabei sind die Nebenwirkungen der Teufelskralle auf Magen und Darm aber deutlich geringer als bei nicht-steroidalen Antirheumatika. Es besteht also die Aussicht, dass Sie durch den Einsatz pflanzlicher Medikamente die Menge an synthetischen Antirheumatika reduzieren können. Führen Sie diese schmerzlindernde und entzündungshemmende Therapie aber immer in Rücksprache und unter regelmäßigen Kontrollen durch Ihren behandelnden Arzt durch.

Schienen und Orthesen als Vorbeugung gegen Daumenarthrose

Bei Überlastungsschmerzen ist es häufig hilfreich, das Daumensattelgelenk durch eine Schiene ruhigzustellen. Diese Schiene oder Orthese stabilisiert den Daumen und das Handgelenk. Durch die reduzierte Bewegung werden so auch überlastungsbedingte Schmerzen gelindert. Die Schienen sind besonders hilfreich, wenn die Rhizarthrose noch in einem frühen Stadium ist. Sie schränken die Beweglichkeit des Daumens ein, reduzieren aber auch seine Belastung. Körperlich arbeitende Menschen, z. B. Schreiner, können diese Schienen bei der Arbeit als Vorbeugung gegen Rhizarthrose tragen.

Injektionen bei Rhizarthrose: Cortison, Platelet Rich Plasma (PRP)

Cortison ist auch bei Rhizarthrose ein äußerst effektiver Entzündungshemmer. Es bringt allerdings gleichzeitig deutliche Nebenwirkungen für das betroffene Gelenk und die Umgebung mit sich. Daher sollte es in schweren Fällen lediglich zur Symptomlinderung eingesetzt werden. Als Dauertherapie empfehlen wir Cortisoninjektionen bei Rhizarthrose nicht.

Weiterhin konnte auch der Eigenbluttherapie eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden: sogenanntes Platelet Rich Plasma. Dabei nimmt man dem Patienten Blut ab und gewinnt körpereigene Wundheilungsfaktoren aus den Blutplättchen. Diese werden dann in die von Arthrose betroffenen Gelenke injiziert. Wir können anschließend eine deutliche Verminderung der entzündlichen aktivierten Rhizarthrose und der damit verbundenen Schmerzen und Beschwerden beobachten.

Radiosynoviorthese

Bei der Radiosynoviorthese zur Behandlung von Rhizarthrose wird eine radioaktive Substanz unmittelbar in das Gelenk gespritzt. Das bewirkt eine Art “Verödung” der Schleimhaut der Gelenkinnenseite. In der Folge gehen Schmerzen und Schwellung zurück. Die Wirkung setzt meist langsam ein und hält viele Monate an. Nachteile einer Synoviorthese sind eine mögliche Infektion des Gelenks sowie die chronische Schädigung des Nachbargewebes, die u. a. zusätzlich die Beweglichkeit einschränken kann. Daher empfehlen wir bei Rhizarthrose eine Radiosynoviorthese nur in seltenen Ausnahmefällen.

Physikalische Therapie: Wärme, Kälte bei Rhizarthrose

Bei chronischen Schmerzen im Daumensattelgelenk hilft eine örtliche Wärmeanwendung. Dies kann z. B. in Form von Schwefel-, Kies-, oder Paraffinbädern erfolgen.

Bei akut entzündlich aktivierter Arthrose und einem geschwollenen Daumensattelgelenk sollten Sie von Wärmeanwendungen absehen. Akut aufflammende Schmerzen im betroffenen Gelenk können Sie mit Kühlung behandeln, um die Entzündung zu hemmen.

Operationen des Daumensattelegelenks bei Rhizarthrose

Eine Operation des Daumengelenks ist immer dann erforderlich, wenn die Funktionseinschränkungen des Daumengelenks fortgeschritten sind. Konservative Methoden und Schmerztherapie können die Funktion des Daumengelenks nicht in jedem Fall stabilisieren. In diesem Fall helfen wirksame ambulante Operationen, eine gute Funktion der Hand wiederherzustellen. Vor einer Operationsentscheidung sollten alle konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft worden sein. Wir bieten – je nach Stadium und Schädigung des Daumengelenks – unterschiedliche handchirurgische Operationsmethoden an, die wir differenziert einsetzen können.

Trapezektomie mit oder ohne Sehnenaufhängung, ggf. mit oder ohne Sehneninterposition

Die Trapezektomie stellt in den meisten Fällen die effektivste und nachhaltigste Operation bei Rhizarthrose in allen Stadien dar. Unter einer Trapezektomie versteht man die vollständige operative Entfernung einer der Handwurzelknochen, des Os trapezium. Diese Operation ist immer dann sinnvoll, wenn der Patient die Schmerzen mit nicht-operativen Maßnahmen nicht mehr wirksam therapieren kann.

Bei der Trapezektomie erfolgt zunächst ein längsgerichteter, meist ca. 3 cm langer Hautschnitt über dem Daumensattelgelenk auf der Streckseite des Daumens. Dann wird unter sorgfältiger Schonung der umliegenden anatomischen Strukturen (Nerven, Sehnen, Blutgefäße) der Trapeziumknochen vollständig entfernt.

In zahlreichen Fällen ist es sinnvoll, den ersten Mittelhandknochen mit einer hälftig abgespaltenen Sehne aus der Umgebung (Handgelenksbeugesehne = FCR-Sehne) zu stabilisieren. Dafür wird in das gelenknahe Ende des ersten Mittelhandknochens ein schräges ca. 2,5 mm großes Loch gebohrt, durch welches die hälftig abgespaltene Sehne durchgezogen und mit sich selbst straff vernäht wird.

In manchen Fällen wird dann der überschüssige Anteil dieser hälftigen Sehne als sogenannte Sehneninterposition (Überbrückung) an die Stelle gelegt, wo sich zuvor der Trapeziumknochen befunden hat.

Die vollständige Entfernung des Trapeziums mit anschließender Sehnenaufhängung bezeichnet man auch nach seinem Erstbeschreiber als Resektions-Suspensions-Arthroplastik nach Epping.
Nicht selten kann nach einer Trapezektomie auf die Sehnenaufhängung und -interposition verzichtet werden. Diese Entscheidung kann der Operateur meist erst während der Operation treffen.
Am Ende der Operation wird die Gelenkkapsel wieder straff vernäht, bevor die Hautnaht erfolgt.

Prothese des Daumensattelgelenks

Seit vielen Jahren stehen verschiedene Systeme zur Therapie der Rhizarthrose mit einer Prothese zur Verfügung. Einerseits gibt es einteilige Prothesen aus Silikon. Zum anderen gibt es meist aus Titan bestehende zweiteilige Prothesen, welche auch Totalendoprothesen genannt werden.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Prothesen-Systemen besteht darin, dass bei Verwendung der Silikonprothesen eine Trapezektomie erforderlich ist.

Hingegen belässt man bei der Totalendoprothese den Trapeziumknochen, um darin die eine Seite der Prothese zu verankern.

Prothesen des Daumensattelgelenkes eignen sich vor allem für Patienten, die nach der Operation eine gute Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Daumens benötigen, aber nur wenig Kraft aufbringen müssen (z. B. Musiker oder Büroarbeiter).
Den Vorteilen einer Prothese bei Rhizarthrose (gute Beweglichkeit, rasche Heilung) stehen zahlreiche Nachteile und mögliche Komplikationen gegenüber. Silikonprothesen des Daumensattelgelenks können bei Überlastung oder Materialermüdung brechen. Materialabrieb kann zu schmerzhaften und entzündlichen Veränderungen in der Umgebung führen (sog. Silikonsynovitis).

Bei Verwendung von Totalendoprothesen sind die Lockerung des Prothesenanteils im Trapeziumknochen oder die Fraktur des Trapeziumknochens die häufigsten Komplikationen.

Osteotomie: Knochenumstellung des ersten Mittelhandknochens

Die Therapie der Rhizarthrose mittels Osteotomie des ersten Mittelhandknochens ist ausschließlich im Stadium 1 der Rhizarthrose und nur in speziellen Fällen sinnvoll. Der Haupteffekt dieser OP-Technik besteht darin, dass die Biomechanik des Daumens verändert wird. Dadurch kann sie eine Schmerzreduktion und eine Verzögerung des Fortschreitens der Rhizarthrose erzielen.

Für diese Operation ist ein längsgerichteter Hautschnitt am Rande des Daumenballens unmittelbar über dem Daumensattelgelenk erforderlich. Nahe dem Sattelgelenk wird aus dem Schaft des ersten Mittelhandknochens ein Knochenkeil mittels Säge entfernt, sodass die Achse des ersten Mittelhandknochens um 30 Grad verändert werden kann. Zur Stabilisierung des ersten Mittelhandknochens kommen Metallplättchen und Schrauben oder auch Drahtstifte und Metalldraht (sog. Cerclage) zum Einsatz.

Da im Frühstadium einer Rhizarthrose effektive nicht-operative Therapieformen wie z. B. Medikamente oder Schienen zur Verfügung stehen, findet die Osteotomie des ersten Mittelhandknochens insgesamt nur sehr selten Anwendung.

Arthrodese (Versteifung) des Daumensattelgelenks

Unter einer Arthrodese versteht man die Versteifungsoperation eines Gelenkes. In dieser Operation entfernt man die verbliebenen arthrotischen Gelenkflächen des Daumensattelgelenkes. Die planen Enden des ersten Mittelhandknochens und des Trapeziumknochens werden dann unmittelbar in Kontakt gebracht und mit Metalldrähten, Metallklammern oder Schräubchen in dieser Stellung fixiert.

Die Arthrodese des Daumensattelgelenkes wird hier nur der Vollständigkeit halber genannt, da sie extrem selten Anwendung findet. Sie bringt nämlich zahlreiche Nachteile mit sich. Nach dieser Operation kann die Hand nicht mehr flach auf einen Tisch hingelegt werden. Der Patient hat aufgrund der Versteifung des Daumens Schwierigkeiten, Handschuhe überzustreifen oder die Hände in die Taschen zu stecken. In vielen Fällen kommt es durch Überlastung der angrenzenden Gelenke dort rasch zu arthrotischen Veränderungen.

Welche operative Therapie der Daumensattelgelenksarthrose ist die Richtige?

Die Trapezektomie mit Sehnenaufhängung stellt den Goldstandard der operativen Therapie der Rhizarthrose dar. Sie ergibt bei der großen Mehrzahl der Patienten eine sehr gute Beweglichkeit des Daumens bei gleichzeitig guter Kraftentfaltung in der betroffenen Hand. Die Komplikationsrate ist niedrig und die Langzeitergebnisse sind sehr gut und nachhaltig. In manchen Fällen kann auf die Sehnenaufhängung verzichtet werden.

In ausgewählten Fällen können auch Prothesen des Daumensattelgelenkes besonders bei Patienten Anwendung finden, die nicht regelmäßig viel Kraft mit dem Daumen aufbringen müssen.

Die Entscheidung für eine bestimmte Operation der Rhizarthrose mit Einsetzen einer Prothese sollten Patient und Handchirurg gemeinsam treffen. Dabei sollten alle Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen und die individuellen Lebensumstände einbezogen werden.

Die Osteotomie des ersten Mittelhandknochens findet bei Rhizarthrose extrem selten Anwendung. Sie ist nur im Stadium 1 der Rhizarthrose sinnvoll und dann stehen mit Medikamenten und Schienen wirksamere Alternativen ohne Operation zur Verfügung.

Auch die Arthrodese des Daumensattelgelenkes wird bei Rhizarthrose aufgrund ihrer zahlreichen Nachteile nur sehr selten angewandt.

Die Osteotomie des ersten Mittelhandknochens findet bei Rhizarthrose extrem selten Anwendung. Sie ist nur im Stadium 1 der Rhizarthrose sinnvoll und dann stehen mit Medikamenten und Schienen wirksamere Alternativen ohne Operation zur Verfügung.

Auch die Arthrodese des Daumensattelgelenkes wird bei Rhizarthrose aufgrund ihrer zahlreichen Nachteile nur sehr selten angewandt.

Nachbehandlung nach Operation der Daumenarthrose: Prognose, Arbeits-, Sportfähigkeit

Nach der Trapezektomie mit oder ohne Sehnenaufhängung muss der Patient meist für 6 Wochen eine Schiene tragen. Danach ist oft eine krankengymnastische Behandlung erforderlich, die ca. 2 bis 4 Wochen dauert. Bis zur vollen Belastbarkeit des Daumens und der Hand vergehen somit nach der OP meist ca. 8 bis 10 Wochen.

Beim Einsetzen einer Prothese muss die Schiene meist ca. 3 bis 4 Wochen getragen werden. Die Krankengymnastik beginnt hier oft bereits wenige Tage nach der OP. Die volle Belastbarkeit des Daumens und der Hand ist in den meisten Fällen nach 6 bis 8 Wochen erreicht.

Patienten, die unbedingt beidhändig arbeiten müssen, sind nach einer Trapezektomie mit/ohne Sehnenaufhängung meist ca. 8 bis 10 Wochen arbeitsunfähig. Nach Einsetzen einer Prothese liegt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bei ca. 6 bis 8 Wochen.

Wenn Patienten arbeiten können, obwohl an der operierten Hand wegen der zu tragenden Schiene nur die 4 übrigen Finger bewegt werden können (z. B. leichte Bürotätigkeit), kann mit einer Arbeitsunfähigkeit von ca. 1 bis 2 Wochen gerechnet werden.

Die Sportfähigkeit unter Beteiligung der Hände (z. B. Ballsportarten) ist sowohl nach Trapezektomie als auch nach dem Einsetzen einer Prothese meist nach ca. 8 bis 10 Wochen wieder gegeben. Sportarten ohne Beteiligung der Hände (z. B. Jogging) darf der Patient oft nach ca. 3 bis 6 Wochen wieder ausüben.

Die Prognose nach einer Trapezektomie mit/ohne Sehnenaufhängung ist fast immer sehr gut. Auch nach dem Einsetzen einer Prothese bei Rhizarthrose können Patienten mit guten Ergebnissen rechnen. Jedoch ist die Komplikationsrate in diesem Fall höher als nach einer Trapezektomie.