Intimchirurgie: Schamlippenverkleinerung

Intimchirurgie: Schamlippenverkleinerung
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Kurz-Info operative Schamlippenverkleinerung

  • Klinikaufenthalt: meist ambulante Operation
  • Operationsdauer: ca. 1 Stunde
  • Narkoseart: örtliche Betäubung, Dämmerschlaf, Vollnarkose
  • Sportpause: ca. 2 bis 3 Wochen
  • Gesellschaftsfähigkeit: nach 1 bis 3 Tagen
  • Endgültiges Ergebnis: nach ca. 4 bis 8 Wochen

Inhalte zur operativen Verkleinerung inneren Schamlippen

  1. Warum Intimchirurgie oder Schamlippenverkleinerung?
  2. Wann sind innere Schamlippen vergrößert?
  3. Folgen für die normale Funktion der Vulva durch vergrößerte inneren Schamlippen
  4. Ursachen vergrößerter innerer Schamlippen
  5. Nachteile für die Patientinnen durch vergrößerte innere Schamlippen
  6. Kontraindikationen
  7. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die intimchirurgische Operation?
  8. Voruntersuchung vor der Planung der Schamlippenverkleinerung
  9. Operation der Schamlippenverkleinerung: Labienreduktion, Reduktion des Klitorismantels, Augmentation äußere Schamlippen
  10. Nachbehandlung

Warum Intimchirurgie oder operative Schamlippenverkleinerung?

Ästhetische Chirurgie im Intimbereich gehört inzwischen zu den am weitesten verbreiteten plastisch-chirurgischen Eingriffen. Es gibt objektiven medizinische Kriterien für eine Reduktion (Verkleinerung) der inneren Schamlippen. Zunehmend gibt es auch persönliche Operationsgründe: Die Frauen mit dem Wunsch einer operative Verkleinerung stark hervortretender innerer Schamlippen haben meist eine sehr konkrete Vorstellung von optischen Ergebnis der operativen Labienreduktion.

Den Wunsch der Patientinnen nach der Verkleinerung der inneren Schamlippen kann der erfahrene Facharzt für Plastische Chirurgie meist sehr konkret und mit nahezu 100%-iger Erfolgsrate umsetzen.

Es gibt medizinische Beweggründe: verbesserte Sportfähigkeit, weniger Reibung beim Tragen enger Kleidung, Vermeidung von Reizung und Entzündungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Verlängerte innere Schamlippen (labia minora)  können durch Reibung an der Kleidung, durch Probleme beim Geschlechtsverkehr oder auch durch ein gestörtes ästhetisches Empfinden zum Problem werden.  Man spricht dann von vergrößerten (hypertrophen) inneren Schamlippen, wenn Sie deutlich sichtbar über die äußeren Schamlippen hinausragen.  © Dr. Riedel

Verlängerte innere Schamlippen (labia minora) können durch Reibung an der Kleidung, durch Probleme beim Geschlechtsverkehr oder auch durch ein gestörtes ästhetisches Empfinden zum Problem werden. Man spricht dann von vergrößerten (hypertrophen) inneren Schamlippen, wenn Sie deutlich sichtbar über die äußeren Schamlippen hinausragen. © Dr. Riedel

Dazu kommt die psychologisch wirksame Verbesserung des Befindens durch eine nach den eigenen ästhetischen Ansprüchen deutlich verbesserte Optik und Funktion des Genitalbereichs. Diese kann im Alltag, aber auch in intimen Situationen und beim Sex, zu Wohlbefinden und Selbstvertrauen beitragen.

Gefördert wird der Trend zur operativen Verkleinerung der inneren Schamlippen durch den seit etwa 15 Jahren vorherrschenden Trend zur Intimrasur im Genitalbereich: Über 80% der jüngeren Frauen entfernen Ihre Schamhaare regelmäßig.

Es in diesem besonderen Bereich der ästhetischen und plastischen Chirurgie einige Fragen, die von interessierten Patientinnen immer wieder gestellt werden.

Wann sind innere Schamlippen vergrößert?

Bei der Gestalt und Form der Vulva gibt es erhebliche individuelle Unterschiede. Bei Reihenuntersuchungen wurden innere Schamlippen (lat: labia minora) von einer Länge von 7 mm bis zu 5 cm gemessen. Normal gewachsene innere Schamlippen haben in der Regel eine Länge von 2,5 cm bis 3 cm.

Patientinnen, die sich wegen vergrößerten inneren Schamlippen zu einem Vorgespräch zu einem intimchirurgischen Eingriff ärztlich vorstellen können ihre eigene Situation häufig angemessen einschätzen. Sie sagen häufig: „Meine inneren Schamlippen sind zu groß.“ Damit meinen sie in der Regel das sichtbare Hervortreten der inneren Schamlippen über die äußeren Schamlippen hinaus. Die inneren Schamlippen sind also nicht mehr von den äußeren (lat: labia maiora) bedeckt. Damit sind auch die empfindlichen Schleimhäute der inneren Labien der Reibung und dem Druck der Kleidung ausgesetzt.

Es gibt seit 2013 in der Literatur eine graduierte Klassifikation zur Beurteilung der Vergrößerung (Hypertrophie) der inneren Schamlippen (Chang P et al, Aesthetic Plastic Surg., 2013):

  • Grad 1: Innere und äußere Schamlippen sind gleich lang.
  • Grad 2: Die inneren Schamlippen (labia minora) sind länger als die äußeren.
  • Grad 3: Die Hypertrophie der inneren Schamlippen betrifft auch die Klitorisvorhaut (Präputium clitoridis).
  • Grad 4: Die Vergrößerung der inneren Schamlippen reicht bis hinunter zum Perineum (Damm).

Von einer milden Hypertrophie der inneren Schamlippen sprechen wir bis zu einer Größendifferenz von 1-4 cm zwischen inneren und äußeren Schamlippen. Von einer schweren Hypertrophie sprechen wir ab einer Größendifferenz über 4 cm

Folgen von vergrößerten inneren Schamlippen

Die inneren Schamlippen schützen und trennen Scheideneingang und Vagina von der Außenwelt. Die inneren Schamlippen schützen und trennen Scheideneingang und Vagina von der Außenwelt. Sie bieten einen Übergang von dem für die Haut charakteristischen Plattenepithel der Haut zur sensiblen Schleimhaut des Körperinneren.

Reizung durch Reibung der schleimhautbedeckten inneren Schamlippen an der Kleidung

Daher sind über die mit normaler Körperhaut (Epidermis) hautbedeckten äußeren Schamlippen hervortretende innere Schamlippen auch häufig gereizt und schmerzen durch Reibung an der Kleidung: Wenn der schützende Feuchtigkeitsmantel der Schleimhaut der inneren Schamlippen durch den Außenkontakt austrocknet, entstehen auch Entzündungen. Die inneren Schamlippen haben, anders als die äußeren Schamlippen, nicht den für die Haut des Körpers typischen, Austrocknungschutz. Die Oberfläche der inneren Schamplippen ist als Schleimhaut empfindsam, sehr sensibel stimulierbar und mit vielen feinen Nervenendigungen durchsetzt.

Weitere Größenzunahme der inneren Labien durch Reizung und Reibung

Durch die Reizung und Reibung kann es auch zu einer weiteren Größenzunahme der inneren Schamlippen kommen, so dass sich das Problem der vergrößerten inneren Schamlippen mit der Zeit sogar verstärkt.

Veränderungen der Labien nach Schwangerschaft und durch Gewichtsreduktion

Schwangerschaft oder Gewichtszunahme kann auch die Fetteinlagerung in den Labien vergrößern. Nach einer Gewichtsreduktion oder Geburt kann das die ursprünglich vergrößerten äußeren und auch die inneren Schamlippen als faltiges und schlaffes Gewebe zurücklassen. Es gibt Patientinnen, die das in einem kosmetischen Eingriff gerne wieder ändern wollen.

Einfluss der inneren Labien auf das Wasserlassen (Miktion)

Die hervortretenden inneren Schamlippen bekommen als ausgetrocknete Schleimhaut zudem ein typisch gekräuseltes, formloses Aussehen. Da die inneren Schamlippen den Harnstrahl formen und so für das Wasserlassen (Miktion) mitverantwortlich sind, können Patientinnen durch zu große bzw. formgestörte innere Schamlippen bei der Formung des Urinstrahls Schwierigkeiten bekommen.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Sex)

Durch Austrocknung gereizte, entzündete und zudem vergrößerte innere Schamlippen können auch beim Geschlechtsverkehr zu unangenehmen Empfindungen, Schmerzen und schmerzhaften Blockaden durch Einklemmung der überschüssigen Gewebe in der Vagina führen. Daher ist die neben optischen Gesichtspunkten vor allem auch Verbesserung der Sexualfunktion für die betroffenen Frauen ein häufiger Beweggrund für die operative Verkleinerung der inneren Schamlippen.

In den meisten Fällen erfolgt die Vergrößerung der inneren Schamlippen im mittleren Drittel. Die zarten Schleimhäute trocknen durch die Reibung an der Unterschwäsche und der Kleidung aus und werden gereizt und formlos. Die Hypertrophie der inneren Schamlippen kann in seltenen Fällen auch bis hinaus zur Klitorisvorhaut (Präputium clitoridis) oder bis hinab zum Damm (Perineum) reichen. Auch diese Situationen können angemessen durch eine Operation zur Verkleinerung der inneren Schamlippen adressiert werden. © Dr. Riedel

In den meisten Fällen erfolgt die Vergrößerung der inneren Schamlippen im mittleren Drittel. Die zarten Schleimhäute trocknen durch die Reibung an der Unterschwäsche und der Kleidung aus und werden gereizt und formlos. Die Hypertrophie der inneren Schamlippen kann in seltenen Fällen auch bis hinaus zur Klitorisvorhaut (Präputium clitoridis) oder bis hinab zum Damm (Perineum) reichen. Auch diese Situationen können angemessen durch eine Operation zur Verkleinerung der inneren Schamlippen adressiert werden. © Dr. Riedel

Was verursacht vergrößerte innere Schamlippen?

Bei jüngeren Frauen sind die inneren Schamlippen meist völlig von den äußeren Schamlippen bedeckt. Daher wird diese Situation häufig als Normalzustand der Vulva angesehen.

Bei vielen Patientinnen sind verlängerte und dadurch sichtbare innere Schamlippen angeboren.

Hervortreten der inneren Schamlippen durch einen hormongesteuerten Wachstumsschub bei der körperlichen Reifung

Fast immer kommt es erst während der Pubertät zu einer hormonbedingten Zunahme der Größe und Form der Vulva, also des sichtbaren äußeren Genitals der Frau. Davon sind die inneren und die äußeren Schamlippen manchmal unterschiedlich betroffen. Die inneren Schamlippen können dabei einen besonderen Wachstumsschub erleben. Die Proportionen der Vulva können sich dadurch dauerhaft ändern.

Von einigen Mädchen und Frauen wird das als unangenehme oder erklärungsbedürftige Entwicklung angesehen, die sie seelisch beschäftigt. In diesen Fällen kann eine ergebnisoffene fachärztliche Beratung zu einem besseren Verständnis und zur Akzeptanz des eigenen körperlichen Entwicklungsprozesses beitragen, so dass die betroffene Patientin sich wieder wohlfühlt.

Es gibt jedoch auch Lebensprozesse, die – wie in jedem anderen Bereich des Körpers auch – das Aussehen der Vulva charakteristisch verändern.

Änderung der Vulva nach Geburten oder mit zunehmendem Alter

Bei vielen Patientinnen verändert sich die Vulva, also der sichtbare Bereich des weiblichen Genitals, daher abhängig von Alter, körperlicher Aktivität, Schwangerschaften und Geburten.

Durch eine häufig nach Geburten oder mit dem Alter zunehmende Erschlaffung des Beckenbodens und der Vaginalmuskulatur ändert sich auch die Straffheit und der Tonus der inneren und äußeren Schamlippen. Dieser Entwicklung kann jede Frau mit Hilfe von Eigenübungen (z.B. sog. Kegelübungen) entgegenwirken.

Der Schamhügel (lat: mons pubis) wird durch Fetteinlagerung häufig etwas größer und höher. Die Schamlippen verlieren dagegen an Volumen. Diese Proportionsänderung verstärkt die veränderte Wahrnehmung der Vulva zusätzlich.

In der Regel ragen die inneren Schamlippen daher erst mit fortschreitendem Alter oder nach Geburten zwischen den äußeren Labien sichtbar hervor. Vergrößerte Schamlippen werden daher häufig als Merkmal einer reifen Frau wahrgenommen.

Vergrößerte Schamlippen sind aber bei vielen Patientinnen auch anlagebedingt und stellen sich schon bei der körperlichen Reifung in der Jugend ein, und haben nicht unbedingt mit dem Alterungsprozess des Genitalbereichs oder Mutterschaft zu tun.

Nachteile für die Patientinnen durch vergrößerte innere Schamlippen

Es kann selbstverständlich zur Klärung beitragen, Fragestellungen aus dem Intimbereich mit dem Frauenarzt oder Facharzt für plastische Chirurgie zu besprechen.

Das Phänomen der vergrößerten inneren Schamlippen betrifft mehr Frauen, als man vermutet. Gleichzeitig gehört die Verkleinerung der inneren Schamlippen zu den ästhetisch chirurgischen Eingriffen mit der am schnellsten wachsenden jährlichen Eingriffszahl.

Es gibt eine Reihe von medizinischen und psychologischen Problemen, die häufig mit vergrößerten inneren Schamplippen verbunden sind. Dabei ist zu beachten, dass es selten eine objektive Indikation für die Verkleinerung der inneren Schamlippen gibt. Das Wohlbefinden und das Körpergefühl der Patientin ist in jedem Fall der entscheidende Faktor bei der Entscheidung für eine Schmalippenverkleinerung.

  • Sind die inneren Labien mit bis zu drei bis fünf Zentimetern sehr lang, führen sie in manchen Fällen zu funktionellen Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr.
  • Die Reizung der empfindlichen Schleimhäute führt zu Schmerzen und körperlichen Beschwerden.
  • Zu große oder zu lange innere Schamlippen sind für Frauen manchmal auch eine Belastung ihrer Selbstwahrnehmung.
  • Betroffene Frauen haben häufig Widerstände, ihren nackten Körper zu zeigen, z.B. bei Besuchen in der Sauna.
  • Die Vermutung, der Partner würde ihren Intimbereich kritisch sehen, sorgt für Verunsicherung beim Sex.
  • Zu lange, entzündlich gereizte Schamlippen sind beim Geschlechtsakt mitunter direkt störend und schmerzhaft. Das beeinträchtigt das gemeinsame sexuelle Erleben und steht nicht selten einem erfüllten Liebesleben im Wege.
  • Zu große Schamlippen verursachen bei Sportarten wie Radfahren, Reiten oder Joggen in enger Kleidung häufig Schmerzen und Hautreizungen, weil ihre empfindlichen Schleimhäuten bei jeder Bewegung an der Kleidung scheuern
  • Enge Kleidung wird mit verlängerten Schamlippen generell zum Problem, weil sie die Reibung und damit das Wundscheuern des schleimhautbedeckten Intimbereichs bei nahezu allen täglichen Aktivitäten verstärkt.
  • Da sich verlängerte Labien häufig auch unter enger Kleidung oder Bikini deutlich sichtbar abzeichnen, bleiben solche Kleidungsstücke oft gleich im Schrank. Für viele betroffene Frauen ist das eine unangenehme Einschränkung ihrer sozialen Möglichkeiten.

Die Tendenz zur Schamlippenverkleinerung ist steigend. Immer mehr Frauen wünschen sich einen jugendlich wirkenden Genitalbereich, der ihre Aktivitäten nicht mehr einschränkt.

Wann hilft die Schamlippenverkleinerung?

Seit einigen Jahren gewinnt die Intimchirurgie stetig an Bedeutung. In einer Umfrage unter 163 Frauen, die eine Labioplastie durchführen ließen, haben 87% ein vorwiegend kosmetisches Motiv genannt. Etwa die Hälfte hatte auch konkrete Unannehmlichkeiten durch die vergrößerten Schamlippenvergrößerung. Immer mehr Frauen wünschen sich eine Veränderung der anatomischen Gegebenheiten ihrer Vulva. Im Rahmen der Intimchirurgie können wir Schamlippen, die als zu groß oder zu lang empfunden werden oder asymmetrisch ausgebildet sind, erfolgreich korrigieren. Das Ergebnis ist eine ästhetisch ansprechende, natürlich wirkende Form der weiblichen Genitalien.

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In welchen Fällen ist eine Schamlippenverkleinerung sinnvoll?

Ein allgemeingültiges zu lang oder zu groß gibt es bei Schamlippen nicht. Der weibliche Genitalbereich ist genauso individuell wie die Frau selbst. Entscheidend für eine Korrektur ist ausschließlich, ob vergrößerte Schamlippen von der Frau selbst subjektiv als störend empfunden werden und ihren Alltag negativ beeinflussen. Es gibt keine objektiven Kriterien, die eine Verkleinerung der Labien nahelegen könnten. Die Entscheidung über eine eventuelle Korrektur liegt daher ganz allein bei der Frau.

Der Facharzt für plastische Chirurgie muss sicherstellen, dass der Entscheidungsprozess für die intimchirurgische Labienreduktion autonom und und ungestört erfolgt.

Die Beweggründe für die Labienreduktion setzen sich in jedem Fall zu unterschiedlichen Anteilen aus den Folgenden Bereichen zusammen:

  • Unangenehme Reizung der Vulva durch enge Kleidung
  • Schmerzhafte Störungen beim Geschlechtsverkehr durch Invagination (Eintreten in die Vagina) der verlängerten Labien
  • Schmerzhafte Entzündung und Reizung der Inneren Schamlippen
  • Rekonstruktion der jugendlichen Form der Vulva
  • Ästhetische Verbesserung für mehr Selbstvertrauen in verschiedenen Lebenssituationen

Kontraindikationen: Wann ist eine Schamlippenreduktion nicht möglich?

Durch eine ausführliche Voruntersuchung und das Patientengespräch muss der Facharzt für Plastische Chirurgie feststellen, dass der Eingriff zur Reduktion der inneren Schamlippen sicher möglich ist. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Gesichtspunkten zu beachten, die die Durchführbarkeit und die Zeitwahl des OP-Tages betreffen:

  • Die Patientin sollte Ihre sexuelle Reifung vollständig abgeschlossen haben.
  • Ein geplante Gewichtsreduktion sollte vor der Schamlippenverkleinerung durchgeführt werden.

Es gibt auch medizinische Gegebenheiten und Vorerkrankungen, die wir bei der Planung einer Labienreduktion berücksichtigen müssen:

  • Kondylome („Feigwarzen“) sollten auf jeden Fall schon austherapiert und entfernt sein, bevor man an eine operative Labienreduktion denkt.
  • Der Genitalbereich sollte frei von Infekten und Entzündungen sein.
  • Rauchende Patientinnen erhöhen auch bei Intimchirurgie das Riskio für Heilungsverzögerungen.

Wenn es in diesem Bereichen Zweifel gibt, sollte eine begleitende gynäkologische Voruntersuchung hinzugezogen werden.

Wahl des richtigen Zeitpunktes für den intimchirurgischen Eingriff

Genauso wichtig wie die Planung der Schamlippenreduktion und die sichere operative Durchführung ist die Nachbehandlung. Die Operation sollte also zu einem Zeitpunkt durchgeführt werden, zu dem die Patientin die Ruhe und Übersicht hat, um durch eine sichere Nachbehandlung nach der Operation Komplikationen zu vermeiden. Dabei erfolgt die Nachbehandlung nach der ambulanten Operation zu Hause. Folgende Aspekte sind vor allem bis zur gesicherten Wundheilung nach etwa 10 Tagen wichtig:

  • Schwangere Patientinnen sollten nicht intimchirurgisch operiert werden.
  • Der OP-Zeitpunkt sollte möglichst weit von der Menstruation entfernt liegen.
  • Nach der Operation nicht zu viel Sitzen, und nicht zu viel bewegen – also nicht gleich nach der OP mit dem Flieger zur Städtetour.
  • Kein Geschlechtsverkehr bis mindestens 4 Wochen nach der Operation bzw. bis zum Auflösen der Nähe: Also den Partner in die Planung miteinbeziehen.
  • Berufstätigkeit ist möglich, aber in der ersten Woche nach OP Stress, Überstunden und lange Reisen vermeiden.

Intimchirurgie ist Vertrauenssache: Vorgespräch und Arztkontakt

Gerade bei einem so sensiblen Thema wie Intimchirurgie ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patientin wichtig. Je genauer der Arzt die Ausgangslage und Veränderungswünsche der Patientin kennt, desto besser kann er Ihre Vorstellungen später umsetzen.

Dr. Riedel erklärt Ihnen ausführlich den Ablauf der Schamlippenkorrektur und erläutert, welche Vor- und Nachteile der Eingriff mit sich bringt. Gerne beantwortet er Ihnen alle Fragen, die Sie zu diesem Thema haben.

Voruntersuchung der inneren Schamlippen

In einer umfassenden Voruntersuchung werden das Ausmaß und die Form der vergrößerten inneren Schamlippen genau untersucht. In einem Vorgespräch kommt zunächst ausführlich die medizinische Vorgeschichte zur Sprache. Dabei können Sie mit Hilfe des Arztes alle Aspekte der Inneren Schamlippen, aber auch aller anderen Aspekte der Vulva besprechen. Die Vergrößerung der inneren Schamlippen eine einfach zu treffende Blickdiagnose, die auch der Laie einfach stellen kann.

Eingehende Untersuchung des äußeren Genitals nach dem Vorgespräch

Bei der Untersuchung des äußeren Genitals bespricht der plastische Chirurg mit der Patientin folgende Aspekte:

  • In welchem Bereich der inneren Schamlippen ist die Hypertrophie eigentlich vorhanden? Meistens ist das mittlere Drittel der Schamlippen betroffen.
  • Ist die Klitorisvorhaut bzw. der Klitorismantel (Präputium clitoridis) – anatomisch Teil der inneren Labien – ebenfalls vergrößert? In etwa 10% aller Fälle ist das der Fall.
  • Reicht die Vergrößerung der Labien bis hinunter zum Damm (Perineum)?
  • Wie ist die Proportion zwischen den Labien (Schamlippen) und dem Mons pubis (Venushügel?) Ist der Venushügel vergrößert?
  • Ist bei Planung der Straffung der Klitorisvorhaut eine Klitorisrepositionierung durch die Schnittführung gewünscht?
  • Sind die äußeren Schamlippen straff und in der gewünschten Porportion zu den inneren Schamlippen und zum Venushügel?

Je nach Ergebnis dieser Inspektion in Verbindung mit dem Vorgespräch können in seltenen Fällen noch begleitende Eingriffe zur operativen Reduktion der inneren Schamlippen zur Sprache kommen, die evtl. zu einem ausgewogenen, natürlich wirkenden Ergebnis der Schamlippenverkleinerung beitragen können:

  • Vergrößerung und Straffung (Augmentation) der äußeren Schamlippen durch Lipotransfer von körpereigenem Fettgewebe.
  • Reduktion durch Absaugen eines Teils des Fettgewebes vom Mons pubis (Venushügel)
  • Manchmal auch eine Verkleinerung der äußeren Schamlippen.
  • Reduktion des Klitorismantel, wenn dieser ebenfalls vergrößert ist.
  • Durch Schnittführung bei der Reduktion des Klitorismantels ist eine leichte Stellungskorrektur der Klitoris in Richtung Scheideneingang möglich.

Diese Begleiteingriffe der Schamlippenverkleinerung werden selten erforderlich. Wir wollen Sie hier dennoch erwähnen, weil sie für einige Patientinnen entscheidend zu einem ausgewogenen, harmonischen Gesamteindruck der Operation beitragen.

Sehr wichtig ist das gemeinsame Erarbeiten eines realistischen Szenarios, wie die Vulva nach der Operation aussehen soll. Je ausführlicher die Ziele in der Untersuchung und im Beratungsgespräch formuliert werden, um so sicherer wird ein wirklich zufriedenstellendes, harmonisches Ergebnis der Labienreduktion. In Umfragen sind etwa 91% aller Patientinnen mit dem Ergebnis Ihres intimchirurgischen Eingriffes zufrieden. Nach meiner Erfahrung liegt die Zufriedenheitsquote beo 100% wenn das Vorgespräch ausführlich und eingehend war, und die Patientin vollständig in die Planung des Ergebnisses einbezogen wurde.

Operation: Wie läuft eine Schamlippenverkleinerung ab?

Der intimchirurgische Eingriff erfordert in der Regel keinen stationären Klinikaufenthalt: Die Schamlippenverkleinerung kann ambulant und in örtlicher Betäubung, im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Für welche Narkoseart Sie sich entscheiden, hängt ganz von Ihrem persönlichem Empfinden ab. Manche Frauen ziehen es vor, die kleine Operation zu verschlafen. Meist dauert der Eingriff nicht länger als eine Stunde.

Der Vorteil der Lokalanästhesie besteht – neben der Vermeidung einer Vollnarkose – darin, dass die Patientinnen selbst und ohne Begleitung zum OP-Ort kommen und gann auch wieder nach Hause fahren können.

Verkleinerung der inneren Labien

Zur Reduktion der Labien stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Der am weitesten verbreitete Fall ist die Vergrößerung der inneren Schamlippen im mittleren Drittel. Welche jeweils die adäquate Methode ist, hängt von Ausprägung und Form der Schamlippen, aber auch vom gewünschten Ergebnis und persönlichen Präferenzen ab.

Im einfachsten Fall wird im mittleren Drittel der vergrößerten inneren Schamlippen das überschüssige Gewebe im inneren und äußeren Blatt der Labie abgetrennt. Die neu entstehen Ränder werden dann mit selbstauflösenden Fäden sauber vernäht, so dass die Knoten der Naht auf dem äußeren Blatt der inneren Labie zu liegen kommen. Die Sensibilität der gesamten inneren Schamlippe bleibt bei diesem Eingriff vollständig erhalten, weil das Gewebe von oben her getrimmt wird und die Nervenversorgung dadurch an keinem Punkt unterbrochen wird.

Es besteht dadurch die Möglichkeit, die Ränder der Schamlippen im gewünschten Maße zu kürzen. Das hat den Vorteil, dass die meist dunkler erscheinenden Ränder ebenfalls entfernt werden. Nach dem Entfernen des überschüssigen Gewebes werden die Labienränder neu konturiert und an den Wundrändern mit einer feinen Naht verschlossen.

Alternativ können bei anderen Formen der Vergrößerung der inneren Labien mit verschiedenen Schnitttechniken einzelne Gewebeabschnitte entfernt werden.

Hierbei bleiben die Labienränder erhalten. Die Schamlippen lassen sich dadurch insgesamt in der Größe reduzieren. Bei beiden Vorgehensweisen resultieren natürliche Ergebnisse, die später nicht auf einen Eingriff schließen lassen. Die verbleibenden kleinen Narben bleiben völlig unauffällig.

Straffung der Klitorisvorhaut

Eine Reduktion des Klitorismantels kann zusätzlich erforderlich sein, um ein symmetrisches und ansprechendes Resultat der Schamlippenverkleinerung zu erzielen.

Bei 10% aller Frauen mit vergrößerten inneren Schamlippen ist auch die Vorhaut der Klitoris (Präputium clitoridis) vergrößert. Anatomisch ist die Klitorisvorhaut Teil der inneren Schamlippen: Sie besteht also aus weichen Schleimhäuten. Wenn dieser Bereich ebenfalls vergrößert ist, können wir ein harmonisches Gesamtergebnis der Labienreduktion nur mit einer begleitenden Straffung (Verkleinerung) des Klitorismantels zu erzielen.

Daher kann es also bei jeder zehnten Patientin auch sinnvoll sein, die vergrößerte Hautfalte, in der die Klitoris eingebettet ist, zu korrigieren. SO werden auch nach Reduktion der inneren Labien der KLitorisbereich und die inneren Schamlippen als harmonische Einheit wahrgenommen. Die Empfindungsfähigkeit der Klitoris und der umgebenden Region bleibt bei einer ästhetischen Straffung des Klitorismantels vollständig erhalten. Die Empfindungsfähigkeit der Klitoris kann durch eine Reduktion der überschüssigen Vorhaut sogar erhöht werden. Dabei ist es sehr wichtig, die Klitoris auch nicht völlig freizulegen, um Hypersensitivität (Überempfindlichkeit) zu vermeiden.

Repositionierung der Klitoris

Manchmal ist es wünschenswert, die Position der Klitoris aus ästhetischen und funktionellen Gründen zu verändern: Die Klitoris wird dabei näher an den Scheideneingang gebracht. Das kann die ästhetische Wahrnehmung der Vulva verbessern. Auch die Stimulierbarkeit der Klitoris beim vaginalen Geschlechtsverkehr kann durch vergrößert werden.

Diese Repositionierung der Klitoris erfolgt durch eine bestimmte Schnittführung bei der Straffung der Klitorisvorhaut, nicht durch einen Eingriff an der Klitoris selbst. Die Empfindlichkeit und Wahrnehmungsfähigkeit der Klitoris wird dadurch vollständig erhalten, und in manchen Situationen sogar erhöht.

Verkleinerung oder Augmentation der äußeren Schamlippen

In seltenen Fällen wollen wir auch die Größe oder das Erscheinungsbild der äußeren Schamlippen verändern. Manchmal erscheinen die äußeren Schamlippen als zu groß. das kann verbbunden Sein mit einer Atrophie, also eine Rückbildung des Bindegewebes, so das die äußeren Schamlippen nicht mehr straff und glatt wirken. Diese Änderung kann auf zwei Arten erfolgen, die manchmal auch kombiniert werden:

  • Verkleinerung der inneren Schamlippen, wenn diese als zu groß wahrgenommen werden.
  • Wenn die äußeren Schamlippen nicht als straff und glatt wahrgenommen werden, kann eine dauerhafte Augmentation, also Straffung durch Lipotransfer (Übertragung von Körpereigenem Fettgewebe) in die äußeren Schamlippen vorgenommen werden.

Nachbehandlung nach einer Schamlippenverkleinerung

Nachdem Sie sich etwas von der Narkose erholt haben, können Sie in Begleitung die Praxis verlassen. Auch wenn Sie meist nach wenigen Tagen wieder fit für den Alltag sind, sollten Sie sich in der ersten Woche Ruhe gönnen und den Körper nicht belasten. Postoperativ auftretende Schmerzen lassen sich gut mit entsprechender Medikation beherrschen. Da wir zum Vernähen der Wundränder selbstauflösendes Nahtmaterial verwenden, kann das Fadenziehen entfallen.

Sport sollte etwas warten – nach 2 – 3 Wochen können Sie wieder langsam mit sportlicher Betätigung beginnen. Allerdings ist noch für einige Zeit Vorsicht bei Aktivitäten wie Radfahren oder Reiten geboten, da sie Druck auf die Intimzone ausüben. Nach 4 – 8 Wochen ist Ihrem Genitalbereich, außer der gewünschten Veränderung, nichts mehr von dem Eingriff anzumerken.

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