Nasenverkleinerung – wann und bei wem ist der Eingriff sinnvoll?

Nasenverkleinerung – wann und bei wem ist der Eingriff sinnvoll?
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Die Nase gehört zu den markantesten Merkmalen des menschlichen Gesichts. Sie prägt das Aussehen entscheidend und suggeriert dem Gegenüber vermeintliche Charaktermerkmale wie Zartheit, Anmut oder auch Stärke und Durchsetzungsvermögen. Manch einer stört sich jedoch an der Form und Größe seines Riechorgans. Dem einen ist die Nase zu groß oder zu schief, der andere verzweifelt an dem deutlich sichtbaren Höcker auf seinem Nasenrücken. Leiden das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität unter diesem Makel, empfiehlt sich gegebenenfalls eine Verkleinerung der Nase.

Was sind die Hauptgründe für eine Nasenverkleinerung?

Die Verkleinerung der Nase ist eine der häufigsten ästhetischen Operationen. Die Gründe für einen solchen Eingriff sind vielfältig. In den meisten Fällen ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Äußeren ausschlaggebend. Manchmal kommen aber auch medizinische bzw. funktionelle Gründe zum Tragen.

Verformte oder zu groß geratene Nasen gehen oftmals mit funktionellen Beeinträchtigungen einher. Eine schiefe Nasenscheidewand wirkt sich häufig störend auf die Atmung aus. Die Betroffenen haben ständig das Gefühl, Ihre Schleimhäute wären einseitig geschwollen, obwohl dem nicht so ist. Auch die Entfernung eines Nasenhöckers kann zweckmäßig sein, wenn er das Sichtfeld der Augen einschränkt.

Die Haut und das Bindegewebe verlieren mit zunehmendem Alter an Spannkraft. Davon bleibt auch die Nase nicht verschont. Dieser Prozess sorgt in Verbindung mit der Schwerkraft dafür, dass die Nasenspitze sich nach und nach absenkt. Das heißt, die Nase wird im Laufe des Lebens länger. Zusätzliche Knorpel- und Bindegewebsschwächen führen mitunter dazu, dass die Nasenspitze weit herunter hängt. In diesem Fall ist eine Nasenverkleinerung ebenfalls sinnvoll.

Eine sehr lange und spitze Nase wird ebenso oft als unschön empfunden wie ein breites fleischiges oder krummes Riechorgan. Treten mehrere Fehlstellungen gleichzeitig auf, beispielsweise ein Höcker auf einer übergroßen Nase, führt der Leidensdruck bei den Betroffenen zum Teil zu starken Minderwertigkeitskomplexen, die letztendlich in einer Depression resultieren. Eine Nasenverkleinerung kann in diesem Fall durchaus das Selbstbewusstsein und damit auch das Wohlbefinden des Patienten stärken.

Welches Ergebnis ist realistisch?

Die perfekte Nasenform bei Kleopatra

Die perfekte Nasenform bei Kleopatra

Über das Aussehen schöner, wohlgeformter Nasen gibt es verschiedene Ansichten. Welche Nasenform als ästhetisch ansprechend empfunden wird, hängt nicht zuletzt vom jeweiligen Kulturkreis ab. In unseren Breiten dürfen männliche Nasen ruhig etwas markanter sein, während Stupsnasen bei Männern oft als zu feminin angesehen werden. Bei Frauen haben sich kleine, nicht zu breite Nasen mit runden Spitzen als Schönheitsideal durchgesetzt.

Um spätere Enttäuschungen zu vermeiden, ist es vor dem Eingriff wichtig, die Vorstellungen und Wünsche der Patienten mit den realistischen Möglichkeiten der Nasenchirurgie abzugleichen. Eine Computersimulation kann dabei einen ersten Eindruck von der neuen Nase vermitteln. Besonders gute Ergebnisse lassen sich bei Personen zwischen 18 und 40 Jahren erzielen. In diesem Alter ist die Haut noch elastisch genug, um sich der neuen Nasenform optimal anzupassen.

Jedoch sind auch jenseits der 40 Nasenverkleinerungen möglich und durchaus üblich. Eher selten werden sie während der Pubertät durchgeführt, da sich das Gesicht in der Wachstumszeit noch verändern kann.

Was wird bei einer Nasenverkleinerung korrigiert und wie läuft diese ab?

Eine Nasenverkleinerung kann Sinn machen.Für eine als zu groß empfundene Nase geben meist mehrere Faktoren den Ausschlag:

  • Der Nasenrücken ist zu hoch oder zu breit.
  • Die Nase steht zu weit aus dem Gesicht heraus.
  • Die Nasenspitze ist zu groß oder zu knubbelig.
  • Der Winkel zwischen Nasenunterseite und Oberlippenkontur ist zu spitz (Hakennase).

Eine Nasenverkleinerung betrifft in der Regel verschiedene Strukturen der Nase. Die Reduktion erfolgt sowohl am Knochen, als auch im Bereich der Knorpel. Beim Entfernen eines Nasenhöckers wird beispielsweise auch die Nasenscheidewand direkt darunter verkleinert, um eine Begradigung zu erreichen. Ist die Nase schief, wird für ein akzeptables kosmetisches Ergebnis die Nasenscheidewand begradigt.

Bei der Nasenoperation korrigiert der Chirurg alle verursachenden Elemente. Hierzu erthält der Patient beziehungsweise die Patientin eine Vollnarkose. Folgende Schritte werden bei einer Vielzahl von Nasenverkleinerungen durchgeführt:

  • Verschmälerung und Erniedrigung des Nasenrückens (Knochen und Knorpel),
  • Formung der Nasenspitze, ggf. Reduktion und/oder Anhebung sowie
  • Verkleinerung der Nasenlöcher.

Bei einer kompletten Verkleinerung der Nase bedarf für gewöhnlich auch die Nasenspitze einer Korrektur. Daher wird der Eingriff meist als offene Operation durchgeführt. Hierzu wird am Nasensteg ein kleiner W-förmiger Schnitt gemacht, um freien Zugang zur Nasenspitze zu haben. Dies ermöglicht eine exakte Schnittführung am Knorpel und erleichtert die präzise Platzierung der Nähte.

Wenn die Haut elastisch und dünn genug ist, passt sie sich den neuen Gegebenheiten gut an. Bei älteren Patienten oder Personen mit sehr dicker Haut können sich Einschränkungen ergeben. Bei zu geringer Schrumpfungsneigung ist es möglich, überschüssige Haut durch einen Schnitt an der Nasenwurzel oder unterhalb dieser zu entfernen.

Eine Nasenverkleinerung ohne operativen Eingriff ist nicht möglich. Bei der Variante der Formveränderung der Nase mit Hyaluronsäure werden lediglich bestimmte Strukturen kaschiert, um die Nase optisch kleiner wirken zu lassen. Tatsächlich verkleinert wird sie dadurch nicht.

Was ist nach der Nasenverkleinerung zu beachten?

Die Wunden werden nach der Operation meist mit Tamponaden versorgt und der Bereich von Nase und Mittelgesicht gekühlt. Für etwa zwei Wochen tragen die Patienten meist eine Nasenschiene, anschließend eventuell noch für einige Tage einen Tapeverband. Um Nasenbluten zu verhindern, ist für 24 Stunden nach dem Eingriff strenge körperliche Schonung angesagt. Auch in den folgenden Wochen sollte kein Druck auf die Nasenregion ausgeübt werden, damit die Wunde störungsfrei verheilen kann. Das Tragen einer Brille ist in der ersten Zeit ebenso zu vermeiden wie intensive Sonnenbestrahlung, Sport oder das Heben schwerer Dinge. Die Schwellung und Blutergüsse im Nasen-, Wangen- und Augenbereich klingen nach spätestens zwei bis drei Wochen ab. Der gesamte Heilungsprozess dauert von einigen Monaten bis zu einem Jahr.

Mit welchen Risiken ist eine Nasenverkleinerung verbunden?

Wie alle chirurgischen Eingriffe ist auch eine Nasenkorrektur nicht frei von Risiken. So kann es in den ersten Wochen nach der Operation zu einer Veränderung der Geruchsempfindlichkeit kommen. In den umliegenden Hautbereichen ist außerdem eine Verminderung der Berührungsempfindlichkeit möglich.

Trotz fachgerechter Durchführung der Nasenkorrektur können in seltenen Fällen ungleichmäßige Vernarbungen an knorpeligen und knöchernen Strukturen Formveränderungen nach sich ziehen. Gehen die daraus entstehenden Unebenheiten nur zögerlich oder überhaupt nicht zurück, kann unter Umständen ein weiterer kleiner Eingriff notwendig werden.

Bei aufwendigen Korrekturen, insbesondere der Nasenscheidewand, treten an den inneren Schleimhäuten zum Teil Narben und Durchblutungsstörungen auf, die schlimmstenfalls Knorpelschäden nach sich ziehen können. Diese können sich auf die Form und Funktion der Nase auswirken.

Die Patienten sollten den Chirurgen unbedingt darüber in Kenntnis setzen, ob sie unter Allergien, beispielsweise gegen Medikamente oder Pflegemittel, oder anderen Krankheiten leiden. Für Personen, die zu auffälligen blauen Flecken oder lang anhaltenden Blutungen bei kleinen Verletzungen neigen, empfiehlt es sich außerdem, sich auf eine Gerinnungsstörung untersuchen zu lassen.

Ernsthafte Komplikationen wie eitrige Wundinfekte, Embolien, Thrombosen oder eine Verletzung des Tränenkanals treten im Bereich der Nasenchirurgie nur sehr selten auf.

Wer trägt die Kosten für die Nasenverkleinerung?

In den meisten Fällen ist eine zu große Nase ein ästhetisches Problem und stellt keine Beeinträchtigung im Sinne einer Erkrankung dar. Deshalb haben die Patienten die Kosten für die Nasenverkleinerung in der Regel selbst zu tragen. Nur wenn eine nachweisbare funktionelle Störung der Nasenatmung vorliegt, übernimmt gegebenenfalls die Krankenversicherung die entstehenden Kosten.

Wie teuer die Operation ist, richtet sich unter anderem nach:

  • der Schwierigkeit des Eingriffs,
  • der OP-Dauer,
  • dem OP-Verfahren,
  • der Art der Narkose,
  • den persönlichen Risikofaktoren sowie
  • einem eventuellen stationären Aufenthalt.

Welche OP-Methode zum Einsatz kommt, hängt von den individuellen Voraussetzungen des Patienten und dem gewünschten Ergebnis ab. Ohne Voruntersuchung ist daher eine zuverlässige Angabe zu den voraussichtlichen Kosten nicht möglich. Üblicherweise bewegen sich die Kosten für das OP-Honorar zwischen ca. 2.000 und 6.000 Euro.

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