Häufige Erkrankungen der Hand

+Dupuytrensche Kontraktur
Die Dupuytrensche Kontraktur ist eine der häufigsten Erkrankungen der Hand. Die Erstbeschreibung dieser Erkrankung erfolgte bereits im 19. Jahrhundert durch den Franzosen Guillaume Dupuytren. Durch ein vermehrtes Wachstum des Bindegewebes in der Unterhaut kommt es allmählich zur Ausbildung tastbarer Knoten und Stränge. Das Fortschreiten der Erkrankung führt zur Beugefehlstellung der betroffenen Finger und damit zu einer störenden Funktionseinschränkung. Oft als erstes und am häufigsten ist der Ringfinger betroffen. Aber auch alle anderen Finger können beteiligt sein. Die Ursache der Dupuytrenschen Kontraktur ist bis heute unklar. Eine familiäre Häufung wird beobachtet. Eine Operation sollte dann erfolgen, wenn die Knoten zu Schmerzen führen und bei Einschränkung der Funktion. Dann werden die bindegewebigen Knoten und Stränge entfernt, sodaß die Finger wieder frei bewegt werden können.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: ambulant oder 1 bis 3 Tage stationär
Operationsdauer: 1 bis 2 Stunden
Narkoseart: Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: Bewegungstherapie, ggf. Physiotherapie
Arbeitsunfähigkeit: ca. 2 bis 3 Wochen

+Karpaltunnelsyndrom
Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer Einengung des Nervus medianus im sog. Karpalkanal. Der N. medianus ist zuständig für das Gefühl im Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Der N. medianus verläuft im Übergangsbereich zwischen Handgelenk und Hand durch einen anatomischen Kanal.
Charakteristische Beschwerden sind das Einschlafen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Die Patienten wachen oft nachts wegen starker Schmerzen in der Hand auf. Typischerweise führt Schütteln der Hand dann meist zur Linderung.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Begleiterkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus können das Entstehen eines Karpaltunnelsyndroms begünstigen.
Um die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms zu sichern, ist eine Spezialuntersuchung beim Facharzt für Neurologie erforderlich. Damit kann die Funktion des N. medianus bestimmt und objektiviert werden.
Bei der Operation wird der Karpalkanal eröffnet und der N. medianus entlastet, sodaß er ohne jeden Druck aus der Umgebung wieder regenerieren kann. Es entsteht in der Hohlhand handgelenknah eine Narbe, die meist nur 2 bis 3 cm lang ist. Langfristig ist sie oft kaum sichtbar. Auch eine endoskopische Karpaltunneloperation ist in unserer Praxis möglich.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: meist ambulant (selten 1 bis 2 Tage stationär)
Operationsdauer: 15 bis 30 Minuten
Narkoseart: örtliche Betäubung, Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: sofort Bewegung, keine Belastung für ca. 2 bis 3 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 3 Wochen

+Sulcus ulnaris-Syndrom
Das Sulcus ulnaris-Syndrom wird auch als Ulnaris-Rinnen-Syndrom bezeichnet. Der Nervus ulnaris (Ellennerv) verläuft auf der Innenseite des Ellenbogens in der sog. Ulnaris-Rinne. Diese Region ist auch als „Musikantenknochen“ bekannt. Kommt es dort zur Einengung des N. ulnaris, können die typischen Symptome eines Sulcus ulnaris-Syndroms entstehen: Taubheitsgefühl am Kleinfinger und der Handkante, manchmal auch am Ringfinger. Im fortgeschrittenen Stadium bauen sich auch Muskeln im Handbereich ab. Die Hand wirkt schmächtig und eingefallen und ist zunehmend kraftlos.
Im Rahmen der Operation wird der N. ulnaris in der Ulnaris-Rinne dargestellt und aus Verwachsungen befreit, sodaß er sich dann wieder erholen kann. In manchen Fällen muß der N. ulnaris aus der Rinne geholt und vorverlagert werden, um dauerhaft keine Beschwerden mehr zu verursachen. Es verbleibt im Ellenbogenbereich eine einige Zentimeter lange Narbe.
Oft ist es möglich, diese Operation auch endoskopisch durchzuführen.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: meist ambulant (selten 1 bis 2 Tage stationär)
Operationsdauer: ca. 30 Minuten
Narkoseart: Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: sofort Bewegung, keine Belastung für ca. 2 bis 3 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 3 Wochen

+Ganglion (”Überbein”)
Bei einem Ganglion handelt es sich um eine Aussackung eines Gelenkes bzw. der Gelenkkapsel. Darin sammelt sich Gelenkflüssigkeit. Dadurch kommt es zu einer sichtbaren Ausbeulung der Haut am Handgelenk. Typischerweise liegen die Ganglien auf der Streckseite, können aber auch auf der Beugeseite des Handgelenkes auftreten. Bei der Operation wird der ausgebeulte Anteil der Gelenkkapsel bis hin zum Gelenk selbst entfernt.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: meist ambulant (selten 1 bis 2 Tage stationär)
Operationsdauer: ca. 30 bis 60 Minuten
Narkoseart: Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 3 Wochen

+Arthrose des Daumensattelgelenkes (Rhizarthrose)
Das Daumensattelgelenk ist das am häufigsten von Arthrose betroffene Gelenk der Hand. Die Patienten beklagen vor allem Schmerzen. Die Bewegungseinschränkung steht weniger im Vordergrund.
Die Diagnosestellung erfolgt sowohl durch Röntgenuntersuchungen, als auch durch das Beschwerdebild. In frühen Stadien können die Schmerzen zum Teil medikamentös erfolgreich therapiert werden. In späteren Stadien ist dies nicht mehr möglich. Dann sollte eine Operation stattfinden. Hierbei wird das arthrotisch veränderte Gelenk entfernt und der Daumen mit einem Sehnenanteil in der korrekten Position gehalten.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: 1 bis 5 Tage stationär
Operationsdauer: ca. 1 Stunde
Narkoseart: Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: Schienenruhigstellung für 5 Wochen, danach krankengymnastische Übungstherapie
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 12 Wochen

+Schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans)
Bei einer Tendovaginitis stenosans ist die Beugesehnenscheide eingeengt. Meist liegt die Einengung in Höhe des sog. A1-Ringbandes. Wiederholte körperliche Überlastungen, chronische entzündliche Erkrankungen (z.B. Rheuma, Gicht) oder auch Diabetes mellitus kommen als Ursachen in Betracht.
Typische Beschwerden sind das Schnappen des betroffenen Fingers mit bewegungsabhängigen Schmerzen. Im Extremfall kann es zu einer ständigen Blockierung des Fingers in Beugestellung kommen. Bei der Operation wird das A1-Ringband des betroffenen Fingers vollständig der Länge nach gespalten. Der Finger kann dann sofort wieder frei bewegt werden. Es verbleibt eine unauffällige Narbe, die meist nur ca. 1 cm misst.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: ambulant
Operationsdauer: ca. 10 bis 15 Minuten
Narkoseart: örtliche Betäubung, Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: sofortige eigenständige Bewegungsübungen, Schonung für ca. 2 bis 3 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 3 Wochen

+Tendovaginitis stenosans de Quervain (Einengung des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk)
Unter einer Tendovaginitis stenosans de Quervain versteht man die Einengung der Sehnen im 1. Strecksehnenfach am Handgelenk. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Auslösende Ursache ist oft eine übermäßige Beanspruchung bei ungewohnten Arbeitsbelastungen.
Typische Beschwerden sind bewegungsabhängige Schmerzen und Schwellung auf der Daumenseite des Handgelenkes.
Bei erstmaligem Auftreten ist eine konservative, also nicht-operative Therapie, sinnvoll. Dazu zählen die vorübergehende Ruhigstellung des Handgelenkes in einer Schiene und die medikamentöse Therapie der Schmerzen und der Schwellung.
Sind die Beschwerden chronisch, ist eine Operation angezeigt. Bei der Operation wird das 1. Strecksehnenfach der Länge nach gespalten. Die verbleibende Narbe ist meist wenige cm kurz und unauffällig.

Kurz-Info:

Klinikaufenthalt: ambulant oder 1 Tag
Operationsdauer: ca. 20 bis 30 Minuten
Narkoseart: Betäubung des Arms oder Vollnarkose
Nachbehandlung: sofortige eigenständige Bewegungsübungen, Schonung für ca. 2 bis 3 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: ca. 1 bis 3 Wochen

dr-med-guenther-riedel

Dr. Günther Riedel
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